Die Synagoge von Modena, lokal bekannt als Sinagoga di Modena, ist ein beeindruckendes Zeugnis des reichen jüdischen Erbes dieser bezaubernden italienischen Stadt. Sie befindet sich auf der Piazza Mazzini, nur einen Katzensprung vom lebhaften Zentrum Modenas entfernt, und bietet einen einzigartigen Einblick in das kulturelle Gefüge der Region. Errichtet im Jahr 1873, ist die Synagoge ein prägnantes Beispiel für neoklassizistisches Design, das die neu gewonnenen Freiheiten und Bestrebungen der jüdischen Gemeinschaft im Italien nach der Vereinigung widerspiegelt.
Der Weg zur Errichtung der Synagoge von Modena begann im späten 19. Jahrhundert, einer Zeit bedeutender sozialer und politischer Veränderungen. Vor ihrem Bau betete die jüdische Gemeinschaft in Modena in viel älteren Oratorien und Schulen, die ihnen jahrhundertelang gedient hatten. Mit der großzügigen Hinterlassenschaft von Isacco Sacerdoti und Beiträgen anderer lokaler Juden startete die Gemeinschaft ein ehrgeiziges Projekt zum Bau eines neuen Tempels. Dieses Vorhaben war nicht nur der Schaffung eines Gebetsortes gewidmet, sondern auch ein Fest der zivilen und religiösen Freiheiten, die die jüdische Bevölkerung hart erkämpft hatte.
Entworfen von Ludovico Maglietta, der auch für den Bahnhof von Modena bekannt ist, wurde die Synagoge zwischen 1869 und 1873 errichtet. Die Innenausstattung, gestaltet von Ferdinando Manzini, verleiht dem Gebäude eine künstlerische Eleganz. Die Pracht der Synagoge symbolisiert die Emanzipation der jüdischen Gemeinschaft, ein Gefühl, das sich in ganz Italien mit dem Bau anderer bedeutender Synagogen in Städten wie Florenz, Rom und Mailand zur gleichen Zeit widerspiegelt.
Beim Näherkommen beeindruckt die majestätische Fassade der Synagoge im monumentalen lombardischen Stil. Der Eingang, ursprünglich an der Via Coltellini, wurde nach dem Abriss der umliegenden Gebäude im frühen 20. Jahrhundert zur Piazza Mazzini hin verlegt. Diese Änderung verbesserte nicht nur die Sichtbarkeit, sondern platzierte die Synagoge auch im Herzen des lebendigen Gemeindelebens von Modena.
Im Inneren werden Besucher im Vorraum empfangen, wo alte Almosenboxen auf die langjährige Tradition der Wohltätigkeit und Gemeinschaftshilfe hinweisen. Eine Treppe führt hinunter in den Keller, wo sich ein mittlerweile ungenutztes Miqweh, ein rituelles Bad mit Quellwasser, sowie Einrichtungen zum Backen von ungesäuertem Brot und ein kleiner Schlachthof für Tiere befinden.
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Der Hauptraum für Gebete ist ein rechteckiger Bereich, in dem die Aufmerksamkeit auf den Aron und die Tevah gerichtet ist. Der Aron, ein heiliger Schrank, beherbergt die Torarollen, während die Tevah, die eine Arche darstellt, das schützende Gefäß verkörpert, das Moses bewahrte. Diese symbolische Verbindung zu Leben und Rettung ist eine tiefgründige Erinnerung an die spirituelle Bedeutung der Synagoge. Über dem Aron befinden sich die hebräische Inschrift "Yehovà hu ha-Eloìm" (Jehova ist Gott) und die Tafeln der Zehn Gebote als kraftvolle Blickpunkte.
Die nicht-figurativen Dekorationen im Inneren entsprechen dem jüdischen Gesetz, mit Motiven wie den zwölf Säulen, die die Stämme Israels repräsentieren, und Palmen, die die Außenfassade schmücken, was dem Bauwerk eine biblische Resonanz verleiht. Die elliptische Kuppel, himmelblau mit Sternen bemalt, krönt den Hauptbereich und schafft eine Atmosphäre himmlischer Ehrfurcht.
Innerhalb ihrer Mauern beherbergt die Synagoge von Modena eine Sammlung heiliger Objekte, die das reiche kulturelle Erbe der Gemeinschaft bezeugen. Viele der Silberstücke, die in venezianischen Werkstätten im 17. und 18. Jahrhundert gefertigt wurden, spiegeln die Kunstfertigkeit und Hingabe vergangener Generationen wider. Dazu gehören Kronen und Granatäpfel zur Verzierung der Torarollen sowie zeremonielle Objekte wie der Yad, ein Zeigestab, der beim Lesen des heiligen Textes verwendet wird.
Interessanterweise bestehen die heiligen Objekte der Synagoge hauptsächlich aus Silber statt aus Gold, eine Wahl, die durch die numerologische Bedeutung der hebräischen Wörter für diese Metalle gerechtfertigt wird. Diese spielerische Interpretation fügt der Geschichte der Synagoge eine faszinierende Ebene hinzu und zeigt die tiefe Verbindung der Gemeinschaft zu Tradition und Symbolik.
Heute steht die Synagoge von Modena stolz als zentrales Element der kulturellen Landschaft der Stadt. Ihre Fassade, einst von umliegenden Gebäuden verdeckt, zieht nun in der offenen Weite der Piazza Mazzini alle Blicke auf sich. Diese Transformation spiegelt die umfassendere Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Modena wider, von den Einschränkungen des 1638 errichteten Ghettos bis zur lebendigen, integrierten Gemeinschaft von heute.
Ein Besuch der Synagoge von Modena ist nicht nur eine architektonische Reise, sondern auch eine Zeitreise, die Einblicke in die Widerstandsfähigkeit und den Geist des jüdischen Volkes in Italien bietet. Ob ihr von ihrer historischen Bedeutung, der architektonischen Schönheit oder den Geschichten der Menschen, die sie gebaut und erhalten haben, angezogen werdet, die Synagoge bleibt ein Zeugnis von Glauben, Freiheit und kultureller Identität.
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