Ein Wasserturm aus Backstein, fünfundzwanzigeinhalb Meter hoch, oben in Broich. Von außen: ein Turm. Ganz oben drin: die größte begehbare Camera Obscura der Welt, die das Ruhrtal kopfüber auf eine runde Fläche wirft. So macht diese Stadt das öfter. Sie stellt ihre besten Geschichten in die zweite Reihe und wartet, wer stehen bleibt und nachfragt. Bei einer Schnitzeljagd Mülheim an der Ruhr bist du der, der nachfragt. Smartphone in der Hand, deine Leute neben dir, vor euch ein Stadtkern, der zwischen Ruhrufer, Schleuseninsel und Sechziger-Jahre-Beton deutlich mehr versteckt als ein Schaufensterbummel zeigt. Ihr entscheidet, wo ihr abbiegt. Ihr entscheidet, wer redet, wer läuft und wer mitzählt. Und nach zwanzig Minuten lest ihr Fassaden wie Buchseiten: Jahreszahlen über Portalen, Firmennamen in verwittertem Putz, Schienenreste im Pflaster. Wer richtig abbiegt, steht vor Mauern aus dem 9. Jahrhundert. Wer falsch abbiegt, findet dafür eine Treppe hinunter zum Wasser.
Ihr ladet die myCityHunt App, löst euer Ticket ein und öffnet die Lobby: Einer scannt den QR-Code, die anderen sind damit im selben Spiel. Dann wählt jeder eine Rolle, und genau da wird es albern im besten Sinne. Der Detektiv knobelt, der Fotograf jagt das beste Motiv, das Trivia-Ass kassiert die Wissensfragen, der Athlet übernimmt alles, wofür man sich bewegen muss. 54 Rollen gibt es, jede bringt eigene Bonus-Aufgaben mit. Das GPS zeigt euch die Richtung zur nächsten Station, den Weg dorthin sucht ihr selbst — durch die Fußgängerzone oder unten am Fluss entlang. An jeder Station steht eine Aufgabe mit vier Antwortmöglichkeiten bereit. Klemmt es, gibt es zwei gestaffelte Hinweise, freiwillig, und sie kosten Punkte. Losgehen könnt ihr, wann ihr wollt, Pause machen auch. Alle Fotos landen hinterher in einer privaten Galerie eurer Gruppe. Ganz oben steht die beste Punktzahl. Wem die Runde an der Ruhr gereicht hat, hat nichts verpasst.
Mülheim lebt von harten Schnitten. Auf der einen Uferseite ein Kaufhausblock aus der Zeit der Kohlekrise, auf der anderen eine Festung aus dem Frühmittelalter. Hier Werkshallen und Gleisreste, dort eine Uferwiese, auf der Reiher stehen. Dieser Wechsel im Minutentakt macht die Runde so kurzweilig — von der Einkaufsstraße bis zum Wasser braucht ihr keine zehn Minuten, und dazwischen ändert sich das Jahrhundert mehrmals.
Ihr steht vor Mauern, die im Winter 883/884 als Sperrfeste gegen einfallende Normannen aufgeworfen wurden, und zwar genau dort, wo der Hellweg — eine der bedeutendsten Handelsstraßen des Mittelalters — die Ruhr querte. Sie gilt als älteste erhaltene Befestigung aus karolingischer Zeit nördlich der Alpen. Was euch überrascht: Das wirkt kein bisschen nach Vitrine. Es ist ein Hof, durch den man hindurchgeht, mit Gras zwischen den Steinen.
Der Wasserturm am Rand des MüGa-Parks trug einmal Trinkwasser, heute trägt er Bilder. Unter dem Behälter erzählen auf drei Ebenen über 1.100 Objekte aus der Sammlung des Wuppertaler Fotografen K. H. W. Steckelings, wie Bilder laufen lernten, lange bevor jemand das Wort Kino kannte: Guckkästen, Zauberlaternen, Kaleidoskope. Die Idee zur Camera Obscura darüber hatte der Filmemacher Werner Nekes, der hier in Mülheim lebte, zur Landesgartenschau 1992. Ihr legt vor diesem Turm unwillkürlich den Kopf in den Nacken.
Dazu kommen der Ringlokschuppen, in dem einst zwei Dutzend Dampfloks im Halbrund parkten und heute Theater gespielt wird, die Freilichtbühne in einem stillgelegten Steinbruch an der Dimbeck mit über 2.000 Plätzen und das Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion, in dem erforscht wird, wie sich Energie chemisch speichern lässt. Ihr kommt vorbei, ihr schaut hin, ihr geht weiter — das Dazwischen gehört euch.
Auf der Schleuseninsel liegt eine Besonderheit, an der die meisten achtlos vorbeigehen: Die Ruhrschleuse ist die einzige am Fluss, die gleich zwei Wehre überwindet, das Broicher und das Kahlenberger. An ihrer heutigen Stelle arbeitet sie seit 1846 — der Vorgängerbau war versandet, weil Hochwasser immer neuen Kies in die Fahrrinne schob.
Am 29. Juli 1966 kam auf der Zeche Rosenblumendelle der letzte Wagen Kohle aus 915 Metern Tiefe nach oben. Damit war Mülheim die erste Stadt des Ruhrgebiets ohne aktiven Bergbau — Jahrzehnte vor allen Nachbarn mussten hier Familien überlegen, was man macht, wenn der Beruf des Vaters einfach aufhört. Die Antwort steht heute in den Bürotürmen der Stadt: Aldi Süd führt seine Zentrale von Mülheim aus, die Unternehmensgruppe Tengelmann saß hier bis 2021, und die Schokoladenfabrik Wissoll prägte den Stadtteil Speldorf ab 1912.
Noch früher war der Fluss der Arbeitgeber. Ab 1780 machte eine Kette von Schleusen die Ruhr durchgängig schiffbar, die Kohle ging auf Kähne, und im 19. Jahrhundert zählte der Fluss zu den meistbefahrenen Wasserwegen Europas. Wusstest du zum Beispiel, dass die Weiße Flotte seit 1927 vom Wasserbahnhof ablegt und damit bald hundert Jahre auf demselben Stück Ruhr unterwegs ist?
Und dann ist da noch die stille Weltklasse. Im Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, wenige Straßen vom Institut für Chemische Energiekonversion entfernt, arbeitete Karl Ziegler, der 1963 den Chemie-Nobelpreis erhielt; 2021 ging der Chemie-Nobelpreis erneut an einen Direktor desselben Hauses, Benjamin List. Jeden Mai wiederum schaut das deutschsprachige Theater auf diese Stadt: Seit 1976 vergeben die Mülheimer Theatertage einen Dramatikpreis, bei dem ausdrücklich der Text ausgezeichnet wird und nicht die Inszenierung. Klassische Stadtführungen Mülheim an der Ruhr erzählen davon in geordneter Reihenfolge; bei einem Stadtspiel Mülheim stolpert ihr selbst darüber, und das bleibt länger hängen.
Für den Junggesellenabschied ist die Runde ideal, weil sie kompakt bleibt und die Kneipen der Altstadt rund um die Schloßstraße danach in Gehweite liegen — erst gemeinsam durch die Stadt, dann gemeinsam an einen Tisch. Wer eine Stadtrallye Mülheim an der Ruhr zum Geburtstag unter Erwachsenen plant, profitiert davon, dass niemand ein Programm bauen muss: Die App übernimmt die Regie, ihr taucht auf und verteilt die Rollen. Beim Teambuilding funktioniert Mülheim besonders gut, weil die Stadt zentral im Ruhrgebiet liegt und Kolleginnen aus Essen, Duisburg oder Oberhausen in wenigen Minuten am Hauptbahnhof sind; gemischte Gruppen sortieren sich unterwegs von allein. Familien haben den Vorteil der kurzen Wege und der vielen Grünflächen: Wenn die Kinder Auslauf brauchen, ist der MüGa-Park mit seinen Wiesen direkt nebenan. Und wer als Städtereise-Gast nur einen Tag im Revier hat, bekommt hier auf gut fünf Kilometern Burg, Fluss, Industriegeschichte und Fußgängerzone in einem Durchgang. Eine digitale Schnitzeljagd Mülheim an der Ruhr passt sich dabei jeder Gruppe an, ob ihr zu dritt loszieht oder zu fünfzehnt.
Im Ringlokschuppen kocht das Restaurant Ronja rein vegetarisch und vegan und serviert bei gutem Wetter mit Blick Richtung Fluss. Wer lieber sitzen bleibt und sich bewegen lässt: Die Linienschiffe der Weißen Flotte fahren von Ostern bis Oktober vom Wasserbahnhof durchs grüne Ruhrtal bis nach Kettwig. Beides liegt nah an der Tourstrecke.
Zum Schluss steht ihr wieder da, wo alles losging, am Kurt-Schumacher-Platz, elf gelöste Stationen und einige Fotos später. Der Backsteinturm in Broich sieht von hier aus immer noch aus wie ein Wasserturm — nur wisst ihr jetzt, was er in seinem Kopf trägt. Genau das macht eine Schnitzeljagd Mülheim an der Ruhr mit dieser Stadt: Sie hört auf, in der zweiten Reihe zu stehen. Ihr habt an Schloss Broich vorbeigeschaut, die Ruhr überquert, die Hinweise abgewogen und euch am Ende doch für die eigene Abzweigung entschieden. Rechnet die Punkte zusammen, sucht euch einen Tisch in der Altstadt und schaut die Galerie durch. Auf nach Mülheim an der Ruhr: Der Turm behält seine Geschichte nur, bis ihr fragt.
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Aus unserer langjährigen Erfahrung kennen wir die besonderen Anforderungen, die sich bei der Planung eines Teamevents in Mülheim an der Ruhr ergeben. Mit dem myCityHunt Teamevent in Mülheim an der Ruhr haben wir daher ein Paket speziell für Firmenkunden entwickelt. Dieses erweitert unsere bewährten Touren um eine Reihe von Vorteilen, die unsere Schnitzeljagden zum perfekten Teambuilding Event in Mülheim an der Ruhr machen.
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Ja. Die Schnitzeljagd von myCityHunt startet am Kurt-Schumacher-Platz und führt als Rundweg über rund fünf Kilometer durch Zentrum und Ruhrufer, vorbei an Schloss Broich, an der Petrikirche, an St. Mariae Geburt und am Ringlokschuppen. Gespielt wird mit der myCityHunt App auf dem eigenen Smartphone, ohne festen Termin und ohne Anmeldung.
Die Aufgaben verbinden Suchen, Beobachten und Fotografieren, sodass Kinder aktiv beteiligt sind statt nur zuzuhören. Eine Burg aus dem 9. Jahrhundert, ein Lokschuppen und die Ruhr mit Uferwegen liegen an der Route.
Kostenlose Varianten kursieren als PDF zum Selbstausdrucken. Dafür müsst ihr Route, Rätsel und Lösungen selbst vorbereiten. Die Tour von myCityHunt ist kostenpflichtig, dafür ist alles fertig: GPS-Navigation, eigene Rollen für jedes Teammitglied, Aufgaben mit Punktewertung und eine private Fotogalerie nach dem Spiel.
Etwa drei Stunden, die Strecke misst rund fünf Kilometer. Pausen sind jederzeit möglich und verlängern die Zeit entsprechend. Ihr könnt die Tour unterbrechen und später fortsetzen.
Die Tour kostet ab € 12,99 pro Person. Abgerechnet wird personengenau nach Teilnehmerzahl, es gibt also keinen Pauschalpreis für die Gruppe. Gutscheine sind ab Kaufdatum drei Jahre gültig und lassen sich für eine frei wählbare Stadt und Tour einlösen.
Ja. Größere Gruppen teilen sich in mehrere Teams auf und treten gegeneinander an – die Ergebnisse lassen sich direkt nach dem Spiel vergleichen. Abgerechnet wird personengenau nach Teilnehmerzahl. Für Firmenkunden gibt es eigene Konditionen.
Schnitzeljagd und Stadtrallye bezeichnen meist dasselbe Format: eine Rätseltour durch die Stadt. Beim Geocaching sucht ihr dagegen versteckte Behälter nach Koordinaten. Bei der Schnitzeljagd bleibt die sichtbare Stadt das Spielfeld – Gebäude, Plätze und Inschriften liefern die Hinweise.